Herbstzuchtprüfung HZP

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Treffpunkt Sonntagmorgen um acht. Klingt harmlos, nur leider nicht direkt um die Ecke sondern eine gute Stunde Fahrt im Auto weg. Ich war also untypisch früh wach und auf dem Weg zur Herbstzuchtprüfung. Nun fragst du dich sicher, was denn eine Herbstzuchtprüfung sein soll. Das ist eine Prüfung für Jagdhunde, genauer für Vorstehhunde. Es ist eine sogenannte Anlagenprüfung in der Richter die vererbten Anlagen der teilnehmenden Hunde beurteilen. Grundlage ist eine vom Jagdgebrauchshundeverband definierte Prüfungsordnung. Darin ist festgehalten, was ein für die Jagd gezüchteter Vorstehhund im Herbst nach seinem ersten Geburtstag alles können muss (der  Hund muss vor dem 1. Oktober des vorvergangenen Jahres der Prüfung gewölft worden sein).

Ohne Benotung werden körperliche Mängel, die Schussfestigkeit im Feld und im Wasser und die Arte des Jagens (der Hund bellt beim Verfolgen einer Fährte: spurlaut, der Hund bellt beim Anblick von Wild: sichtlaut oder er jagt stumm) festgestellt. Ist der Hund nicht schussfest, also ängstigt er sich vor dem Knall, besteht er die Prüfung nicht. Logisch, ein Jagdhund der Angst vor einem Schuss hat taugt nicht zur jagdlichen Arbeit.

Benotet werden Gehorsam, Vorstehen, Suche, Nasengebrauch, Führigkeit, Art des Bringens und Arbeitsfreude. Der Hund muss eine Haarwildschleppe (Kanin oder Hase) und eine Federwildschleppe (Ente oder Taube) verfolgen und das am Ende liegende Wild seinem Hundeführer unverzüglich bringen. Das nennt sich Verlorenbringen. Außerdem gibt es noch eine Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer bei der eine tote Ente  im Schilf gefunden und dem Hundeführer gebracht werden muss. In manchen Bundesländern gibt es die Verlorensuche auch an der lebenden Ente, die im Schilf ausgesetzt wird und der Hund muss sie einfach nur heraus scheuchen.

All diese Aufgaben meisterten die teilnehmenden Hunde mit mehr oder weniger großer Präzision. Interessanterweise merkte einer der Richter an, dass alle Fehler die unterliefen auf das Verhalten des Hundeführers zurückzuführen seien, den jeweiligen Hund träfe keine Schuld. Am Ende des Tages haben alle Hunde bestanden und beim gemütlichen Grillen zum Abschluss schliefen müde Hunde unter den Tischen.

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