Jagdhunderassen (Teil 5) – Apportierhunde

Es gibt tatsächlich Hunde die ausschließlich für die Arbeit nach dem Schuss gezüchtet wurden. Wie könnte es anders sein stammen sie von den britischen Inseln bzw. aus Amerika, sind die Briten doch dafür bekannt für jede Aufgabe eine spezielle Hunderasse zu züchten, so eben auch für das Bringen (Apportieren) von Wild nach dem Schuss. Üblicherweise wartet der Retriever bei seinem Hundeführer bis der eine Taube/Ente oder einen Hasen/Fuchs geschossen hat, sucht auf Befehl nach dem Tier und bringt es auf Befehl unverzüglich zurück. Dem Retriever wird ein sogenanntes weiches Maul nachgesagt, er bringt das Wild, durchaus auch lebendig, zu seinem Hundeführer. Tot-schütteln und knautschen ist nicht erwünscht. Außerdem wird einmal aufgenommenes Wild so lange im Fang gehalten bis der Befehl zum Ausgeben kommt, damit lebendes aber verletztes Wild nicht entkommen kann. Seit einigen Jahren werden Retriever aus jagdlicher Leistungszucht wieder vermehrt von Jägern geführt, weil sie durch ihren freundlichen Charakter und eine gewisse innere Ruhe eine ideale Mischung aus Familienhund und Jagdbegleiter sind. Gleichzeitig lässt sich der Retriever im Revier durchaus vielseitig einsetzen.

Labrador Retriever

Der Labrador, oft liebevoll Labbi genannt, ist der wohl am weitesten verbreitete Retriever. Er hat eine gedrungene Gestalt und sollte mittelgroß sein. Sein Fell ist stockhaarig in den Farben gelb, schwarz und braun. Labradore lieben das Wasser und zeichnen sich durch ein freundliches Wesen und eine beneidenswerte innere Ruhe aus. Neben der Verwendung auf der Jagd, gibt es auch Labradore die beim Zoll, in Rettungshundestaffeln, als Blindenhund, als Schulhund oder Therapiehund arbeiten. Auf der Jagd zeichnet sich der Labrador durch seine Wasserfreudigkeit, seine Leichtführigkeit, seinen Findewille, seine Apportierbegeisterung und seine Ausdauer aus.

Golden Retriever

Der Golden Retriever ist wie der Labrador ein mittelgroßer Hund. Er hat ein cremefarbenes bis dunkelgoldenes langes, welliges Fell. Sein Wesen ist sanft und menschenfreudlich, zusätzlich hat er einen ausgeprägten „will to please„. Wie der Labrador ist der Golden Retriever ein echter Allrounder und arbeitet beim Zoll, als Lawinenhund, als Therapiehund oder als Rettungshund, um nur einige Beispiele zu nennen. Jagdlich geführte Golden Retriever sind eher selten. Häufig betreiben die Besitzer von Golden Retrievern aber Dummysport um ihren Hund einen Jagdersatz bieten zu können.

Flat Coated Retriever

Flatcoat retriever 1 Der Flat Coated Retriever ist mittelgroß und hat einen eleganten Körperbau, nicht zu massig und nicht zu zierlich soll er sein. Sein Fell ist wellig und lang, meist schwarz, sehr selten leberfarben (braun). Er ist lebhaft, wasserfreudig und leichtführig. Eine gewisse Wildschärfe macht ihn für den Jäger auch bei Nachsuchen zu einem verlässlichen Begleiter. Sonst arbeitet er sehr ausdauernd nach dem Schuss und kann bei entsprechender Ausbildung auch unter der Flinte stöbern. Auf sämtlichen Niederwildjagden ist er eine treuer Begleiter, seine Paradedisziplin ist aber der Apport von Wasserwild.

Curly Coated Retriever

Curly coated retriever 1 Der Curly Coated Retriever ist der größte unter den Retrievern. Sein Fell ist eng gelockt, recht harsch und entweder schwarz oder braun gefärbt. Gezüchtet als Jagdgebrauchshund ist er der älteste unter den Retrievern, seine Spuren lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurück verfolgen. Curly Coated Retriever wurden in England und Schottland von Förstern und Wildhütern sowohl als Jagdhund, als auch als Schutzhund gehalten. Er ist ein herausragender Hund zur Entenjagd, kann aber auch sonst vielseitig eingesetzt werden. In der Ausbildung braucht er mehr Zeit als ein Labrador oder Golden Retriever, ihm fehlt der typische „will to please„. Hat der Hundeführer den Hund von einer Aufgabe überzeugt, arbeitet er dafür mit großer Ausdauer und sehr selbständig. Curly Coated Retriever sind in Deutschland recht selten.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Viljo koirarannalla 5 Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist der kleinste und spritzigste unter den Retrievern. Er hat hellbraunes langes Fell, häufig mit einem weißen Brustfleck. Sein Name kommt von seinem jagdlichen Aufgabengebiet, der Entenjagd mit der besonderen Methode des „duck tolling„. Dazu hüpft und springt der Toller in Ufernähe und im Schilf umher, gibt womöglich auch noch ein sehr hohes Bellen von sich, und lockt so Enten in Schussentfernung zu seinem Hundeführer. Nach dem Schuss apportiert der Toller die toten Enten. Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever bleibt bis ins hohe Alter verspielt und ist recht bellfreudig. Dadurch kann er auch Sichtlaut und Standlaut sein und wird gerade in Skandinavien häufig auf Drückjagden eingesetzt. Insgesamt arbeitet der Toller sehr schnell und ausdauernd.

Chesapeak-Bay Retriever

Chessie_Feb13Der einzige „echte“ Amerikaner unter den Retrievern und gleichzeitig der vielseitigste Jagdhund unter den Retrievern ist der Chesapeake-Bay Retriever. Er hat ein kurzes, festes Fell, mit einem leicht öligen Film. Farblich ist alles von hell beige (light deadgrass, dark deadgrass) über hellrötlich (sedge) und gräulich-braun (tan) bis hin zu diversen Brauntönen (light brown, brown, dark brown) erlaubt, er sollte aber am ganzen Körper die gleiche Farbe aufweisen. Der „Chessie“ hat Schutz- und Wachtrieb, versteht sich im Gegensatz zu den übrigen Retrievern nur bedingt mit anderen Hunden und hat insgesamt ein ernsthaftes Wesen. Er arbeitet nach dem Schuss mit einer außergewöhnlichen Ausdauer und Härte auch unter den schlechtesten Bedingungen. Gleichzeitig eignet er sich auch zur Nachsuche und zum Buschieren. In Deutschland ist der Chesapeake-Bay Retriever sehr selten und wird fast ausschließlich von Jägern geführt.

Mehr Infos gibt es beim Deutschen Retriever Club

 

Bildquellen:

Flat Coated Retriever: von Bonnie van den Born, http://www.bonfoto.nl.Cwazi at nl.wikipedia [GFDL, CC-BY-SA-3.0 oder CC BY-SA 2.5], vom Wikimedia Commons

Curly Coated Retriever:  von Mattias Agar (Flickr: Kita is chillin‘) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Nova Scotia Duck Tolling Retriever:  von kallerna (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons

 

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