Das Wildtier des Jahres 2017– Die Haselmaus

Musc avel BjoernSchulzDie Deutsche Wildtier Stiftung hat das Wildtier des Jahres ausgerufen, es ist die Haselmaus (Muscardinus avellanarius). Sofort schoss mir durch den Kopf, was wir uns im Jägerkurs zur Haselmaus merken sollten: „Die Haselmaus ist ein echter Winterschläfer und eigentlich überhaupt keine Maus, sondern ein sogenannter Bilch.“ Was zeichnet nun einen echten Winterschläfer aus? Ein echter Winterschläfer hält keine Winterruhe aus der er aufwachen kann um zu fressen, wie beispielsweise das Eichhörnchen, sondern er verschläft wirklich den ganzen Winter mit einem stark verlangsamten Stoffwechsel. Haselmäuse schlafen so tief, dass sie sogar hin und wieder im Schlaf von Wildschweinen gefressen werden. Allerdings ist so eine Haselmaus nur ein winziger Happen, denn sie wiegt lediglich 15 bis 30 g.

Haselmäuse sind nachtaktiv und verschlafen den Tag in ihrem Nest, dem sogenannten Kobel. Meist bauen sie ihren kugelförmigen Kobel in Bäume und Sträucher, manchmal wohnen sie aber auch in Nistkästen. Ihren Winterschlaf halten Haselmäuse natürlich auch schön zusammen gerollt in ihrem warmen Kobel.

Während ihrer wachen Zeit von April bis Oktober klettern die kleinen Nager sehr geschickt in Bäumen und Sträuchern umher. Sie ernähren sich von Pollen, Nektar, Beeren, Früchten und Nüssen. Moment, nicht ausschließlich, Haselmäuse sind keineswegs Vegetarier, sie futtern auch mit Begeisterung Insekten.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage wie man herausfinden kann, ob im eigenen Garten, vielleicht im Haselstrauch, auch eine Haselmaus wohnt. Eine einfache Möglichkeit ist es nach Fraßspuren zu schauen, denn Haselmäuse fressen ein charakteristisches Muster in Haselnüsse hinein – ein kreisrundes Loch. Wer Haselnüsse mit runden Löchern findet, der kann sicher sein, da war eine Haselmaus am Werk.

Die größte Bedrohung für den Haselmausbestand stellen übrigens nicht ihre Fressfeinde (Marder, Fuchs, Eule oder Wildschwein) dar, sondern der Mensch, denn es fehlt an geeignetem Lebensraum. Im eigenen Garten kann man leicht etwas für die kleinen Kobolde tun, indem man heimische Sträucher und Bäume pflanzt. Besonders Gärten mit Obstbäumen, Nusssträuchern und Beeren tragenden Gehölzen sind für Haselmäuse attraktiv. Über naturnahe Gärten mit heimischer Bepflanzung freuen sich nicht nur Haselmäuse, sondern auch Singvögel, Igel und zahlreiche Insekten.

Bildquelle: Björn Schulz via Wikimedia Commons

Advertisements

Ich freue mich über deine Meinung.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s