Vorstehhunde (Teil 1) – Pointer und Setter

Hier ist es diesen Monat noch stiller als sonst, ich stecke nämlich mitten in den Prüfungsvorbereitungen. Trotzdem nehme ich mir jetzt endlich die Zeit meine Serie über die Vorstehhunde zu beginnen. Ich fang mal am Anfang an, nämlich bei den Englischen und Irischen Vertretern.


Pointer (P)

English pointer.jpgDer Pointer ist der Feldspezialist unter den Vorstehern. Vermutlich kamen die ersten Pointer im 15. Jh. aus Spanien nach England und wurden dort zu dem heute bekannten Typ verfeinert. Seine Spezialität ist das Vorstehen, dass der Pointer im Namen trägt (englisch to point = vorstehen, anzeigen). Der Pointer ist unkupiert und kommt in verschiedenen Farben vor: Zitrone, Leberfarben, Leberfarben und Weiß, Orange, Orange und Weiß, Braun, Braun und Weiß (siehe Bild) , Schwarz, sowie Schwarz und Weiß. Besonders auffällig ist seine „Hechtnase“ und sein sehr kurzes, feines Fell ohne Unterwolle. Pointer sind in Deutschland recht selten, es gibt einfach nicht genug Feldreviere in denen so ein Spezialist wirklich gebraucht wird.

Englisch Setter (ES)

Working-dog-photography-shepherds-realm-andrew-fladeboe-17 (23280862586)Der English Setter ist ein mittelgroßer langhaariger Vorsteher, der von den Britischen Inseln stammt. Er wurde für die Vogeljagd gezüchtet, bei der er zunächst nicht vorstand, sondern vorsaß, daher der Name Setter. Es gibt eine Vielzahl an Farbvarianten, dabei ist eine weiße Grundfarbe mit vielen Tupfen gewünscht, während Platten ungern gesehen werden. Die Farbe der Tupfen darf schwarz, orange oder leber sein. Es gibt auch dreifarbige Englische Setter. Die Aufgabe des Englischen Setters ist die Feldsuche auf Federwild. Dabei sucht er mit hoher Nase systematisch große Flächen im Galopp ab und steht sobald er einen Vogel gefunden hat zuverlässig vor bis sein Hundeführer zur Stelle ist und den Vogel schießt.

Seter szkockiGorden Setter (GS)

Der Gordon Setter stammt ursprünglich aus Schottland und ist  nach seinem Züchter, Alexander the 4th Duke of Gordon, benannt. Sein langes Fell ist lackschwarz mit rotem Brand an Pfoten, Fang und über den Augen. Er ist der größte Vertreter der Setterfamilie und gleichzeitig mit dem Englischen Setter der am häufigsten jagdlich geführte Setter. Der Gordon Setter sucht ausdauernd und weiträumig im Galopp das Feld ab und steht ausgezeichnet vor. Gleichzeitig macht ihn sein sanftes Wesen zu einem angenehmen Hausgenossen. Man muss sich allerdings darauf gefasst machen, dass der Gordon Setter einen gewissen Wachtrieb hat.

IrishsetteronpointIrish Red Setter (IRS)

Der Irish Red Setter ist ein eleganter mittelgroßer Hund mit seidigem, langem, kastanienrotem Fell. Sein Spezialgebiet ist die Feldsuche. Es gibt allerdings auch einige wenige Rote Setter, die als Vollgebrauchshund geführt werden. Dem Irish Red Setter wird ein gewisser Starrsinn vorgeworfen, was vermutlich daher rührt, dass der Setter allgemein in einem sehr großen Radius jagt und es einen Moment dauert bis beispielsweise ein Pfiff bis zu ihm vordringt, gleichzeitig nimmt sein Rückweg eben auch Zeit in Anspruch. Viele Rote Setter werden als Familienhund gehalten, da sie durch ihr sanftes Wesen im Haus sehr angenehme Hunde sind.

IRWS_15

Irish Red and White Setter (IRWS)

Last but not least der Urvater der Roten Setter, der Irish Red and White Setter. Er ist kleiner und gedrungener als der Irish Red Setter und ebenso ein „Fernaufklärer“. Der IRWS hat eine ungeheure Kraft und Ausdauer bei der Feldsuche. Sein Fell soll lang und seidig sein und ist immer weiß mit roten Platten. Tupfen im Gesicht und an den Beinen, das sogenannte Ticking, sind unerwünscht. Im Haus sind die Rot-Weißen unauffällig, während sie draußen so richtig aufdrehen. In Deutschland gibt es nicht sehr viele Rot Weiße Setter in Jägerhand und noch weniger Züchter, die für den Jagdgebrauch züchten und ihre Welpen auch entsprechend prägen.

Weitere Informationen zu den hier vorgestellten Rassen findest du auf der Homepage des Vereins für Pointer und Setter e.V.

Bildquellen:
Pointer: GFDL 1.2, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=743666
Irish Red Setter: von Henktenklooster (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons
Gordon Setter: By No machine-readable author provided. Pleple2000 assumed (based on copyright claims). [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons
English Setter: By ビッグアップジャパン from EARTH, EARTH [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

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Spaziergang am Fluss

Fluss_Mar16_Hund2

Gemeinsam mit meinem Hund Bullet laufe ich häufig, wer hätte das bei der Auswahl der hier gezeigten Pflanzen gedacht, an einem kleinen Fluss spazieren. Diesmal habe ich einfach mal einige der Tiere, Bäume und Pflanzen dort fotografiert und bestimmt. Nachdem die Waldexkursion nun schon eine ganze Weile her ist, war das eine gute Übung für mich. So langsam nimmt die Menge an Dingen die ich wissen muss bedrohlich zu. Lange ist es nicht mehr bis zur Prüfung.

Fluss_Mar16_HaselnussDie Haselnuss blüht wie verrückt (Bild links), allerdings muss ich von den Pollen ziemlich niesen. Schön sind die gelben Kätzchen allerdings trotzdem. Von genau diesem Strauch habe ich mir im Herbst einen Treiberstock geschnitten. Neben dem Busch gibt es ein kleines Plateau von dem man über den Fluss schauen kann, dort sitze ich im Sommer gerne und genieße die Abendsonne.

Fluss_Mar16_KornelkirscheDie Kornelkirsche (Bild rechts) blüht auch gelb und gehört zu den Hartriegel-Gewächsen. Außerdem ist sie ein Frühblüher, das heißt die Blüte entwickelt sich bevor die Blätter austreiben. Im Herbst trägt die Kornelkirsche rote Früchte. Ein anderer Frühblüher ist der Schwarzdorn, der allerdings schon nahezu verblüht war, als ich nach einem fototauglichen Exemplar suchte. Fluss_Mar16_SchleheIm Gegensatz zu Kornelkirsche und Schwarzdorn entwickelt der Weißdorn zunächst Blätter, bevor er Blüten bekommt (Bild links). Deutlich zu sehen sind die Dornen des Weißdorns. Zur Erinnerung: Dornen sind zurückgebildete Äste, Stacheln sind aufgesetzte Spitzen. Im Frühsommer ist der Weißdorn eine Bienenweide, im Winter dienen seine roten Früchte als Vogelfutter. Im Volksglauben wird der Weißdorn als die Wohnung der Elfen angesehen. Früher flochten die Menschen Haare, Wolle und Bänder in die zweige des Strauchs um die Elfen freundlich zu stimmen. Oft wurde der Weißdorn auch als Pflanze für Hecken um Häuser und Gehöfte verwendet, um seine Bewohner vor Hexen und bösen geistern zu schützen.

Fluss_Mar16_ZaunkönigNeben den Pflanzen habe ich auch einige Vögel vor die Linse bekommen. Rechts siehst du einen Zaunkönig, der vor lauter Nestbauen und herum fliegen meine Anwesenheit nicht bemerkt hat. Verständlich, denn der männliche Zaunkönig baut nicht nur ein Nest. Das Weibchen entscheidet nach eingehender Prüfung oft, dass das erste Nest nicht gut genug für sie ist, dann muss der unglückliche Mann ein weiteres Nest für sie bauen.

Fluss_Mar16_Stockente3Stockente und Stockerpel sind schon seit dem späten Herbst (November/Dezember) zusammen, sie überwintern gemeinsam und jetzt im März ist die sogenannte Reihzeit, die Paarungszeit der Enten. Der Name Reihzeit kommt daher, dass oft eine Schar Junggesellen-Erpel hinter der weiblichen Ente her fliegen und versuchen sich an Stelle ihres Partners mit ihr zu paaren.

Fluss_Mar16_Turmfalke

Oben in einer Baumspitze habe ich schließlich noch einen Turmfalken entdecken können (Bild rechts). Der Terzel, also der männliche Turmfalke, lässt sich an seinem grauen Kopf, den braunen getupften Schwingen und dem hellgrauen Stoß erkennen. Das Weib ist weniger auffällig gezeichnet. Da der Turmfalke, wie der Name schon sagt, zu den Falken gehört ist er ein Bisstöter, im Gegensatz zu den anderen Greifen, die Grifftöter sind. Sein Schnabel ist mit einem sogenannten Falkenzahn ausgestattet. Typisch für den Falken ist auch sein Rüttelflug, bei dem er auf der Stelle fliegt und von oben nach Beute Ausschau hält.Fluss_Mar16_Bussard
Neben dem Turmfalken konnte ich noch einen anderen Greif sehen und fotografieren, den Mäusebussard (Bild links). Er ist leicht an seinem Miauenden Schrei zu erkennen und an dem im Flug breit aufgefächerten Stoß, sowie den einzelnen Federn an den Schwingenenden. Er jagt oft von einem Ansitz aus oder gleich zu Fuß, seine Hauptbeute sind Mäuse und Amphibien.

Alles in allem hatte ich einen sehr interessanten Spaziergang und freu mich schon darauf, dass jetzt endlich weitere Bäume blühen und ausschlagen. Der Frühling ist wirklich eine wunderbare Jahreszeit.

Jagdhunderassen (Teil 6) – Vorstehhunde

The book of dogs; an intimate study of mankind's best friend (1919) (20712780826)Die größte Gruppe der Jagdhunde bilden die Vorstehhunde. Vermutlich stammte der Urvorsteher aus Großbritannien und war dem heutigen Pointer sehr ähnlich (Bild rechts). Die Aufgabe des Vorstehhundes ist die Feldsuche, findet er Wild steht er vor, daher auch sein Name. Als vorstehen bezeichnet man das gespannte Stehenbleiben aus der Bewegung heraus, meist mit angezogener Vorderpfote, die Nase weist zum Wild. Idealerweise verharrt der Hund in dieser Position, bis sein Hundeführer oder ein Helfer das Wild gefunden und erlegt haben, dann wird er entweder abgetragen oder zum Apport geschickt. Das Vorstehen ist angewölft (angeboren) und kann nicht erlernt werden. Tatsächlich ist das Aufgabenspektrum des Vorstehers heute weit größer als die reine Feldsuche, auf der Seite des Deutschen Jagdverbandes (DJV) wird der Vorsteher als Vollgebrauchshund beworben, der sich mit Ausnahme der Baujagd für alle Jagdarten eignet. Entsprechend beliebt sind gerade Deutsche Vorstehhunde bei Jägern auf der ganzen Welt. Vermutlich sind die Vorstehhunde die beliebtesten und am häufigsten geführten Jagdhunde überhaupt.

Der größte Dachverband für die internationale Hundezucht, die Fédération Cynologique Internationale (FCI) teilt die Vorstehhunde in zwei Sektionen ein, die Kontinentalen Vorstehhunde und die Britischen und Irischen Vorstehhunde. Dabei werden die Kontinentalen Vorstehhunde in drei Typen kategorisiert 1. Typ Braque, 2. Typ Spaniel und 3. Typ Griffon. Ich habe diese Einteilung übernommen, aber nicht alle dort aufgeführten Rassen in meine Liste aufgenommen.

(1) Kontinentale Vorstehhunde

(1.1) Typ Braque 

Deutsch Kurzhaar (DK)
Deutsch Drahthaar (DD)
Deutsch Stichelhaar (DS)
Pudelpointer (PP)
Weimaraner Kurzhaar (WMK)
Weimaraner Langhaar (WML)
Ungarisch Kurzhaar (UK)
Ungarisch Drahthaar (UD)
Slowakischer Rauhbart

(1.2) Typ Spaniel

Deutsch Langhaar (DL)
Kleiner Münsterländer (KlM)
Großer Münsterländer (GM)
Epagneul Breton (EB)

(1.3) Typ Griffon

Griffon (Gr)
Spinone Italiano
Böhmisch Rauhbart

(2) Englische und Irische Vorstehhunde

Englisch Setter (ES)
Gorden Setter (GS)
Irish Red Setter (IRS)
Irish Red and White Setter (IRWS)
Pointer (P)

Ich werde demnächst zu den einzelnen Rassen eine ähnlich detaillierte Vorstellung schreiben, wie zu den übrigen Jagdhunderassen. Da mir die Vorsteher am Herzen liegen und es so viele sind werde ich ihre Vorstellung Stück für Stück veröffentlichen.

Bildquelle: 
von Internet Archive Book Images [No restrictions], via Wikimedia Commons

Jagdhunderassen-Serie:
Teil 1 – Schweißhunde
Teil 2 – Bracken oder Laufhunde
Teil 3 – Stöberhunde
Teil 4 – Erdhunde
Teil 5 – Apportierhunde

 

Vogel des Jahres – Stieglitz

Distelfink

Der NABU bestimmt jedes Jahr einen Vogel des Jahres – 2016 ist das der Stieglitz (carduelis carduelis). Er wird im Volksmund Distelfink genannt und ist in England als goldfinch, also Goldfink, bekannt. Das Bild links habe ich im Herbst aufgenommen, der Schwarm Stieglitze saß in den Bäumen oberhalb eines Sonnenblumenfeldes. Leider kam ich ohne Tarnung nicht besonders nah ran an die bunten Vögel. Sie gehören zur Ordnung der Sperlingsvögel, Unterordnung der Singvögel, Familie der Finken, Unterfamilie der Stieglitzartigen und der Gattung der Carduelis carduelis close upZeisige und sind, wie alle Singvögel, von der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt eingestuft. Stieglitze sind mit die buntesten heimischen Vögel und wirklich leicht zu erkennen. Sein hübsches Aussehen und sein wohlklingender Gesang haben dazu geführt, dass der Stieglitz früher gerne in Gefangenschaft gehalten wurde, heute ist das in Europa verboten.

Der Distelfink ernährt sich hauptsächlich von Sämereien, unter anderem auch Distelsamen, daher sein Name. Wegen seiner Vorliebe für die Samen der dornigen Distel steht der Stieglitz in der christlichen Symbolik für die Passion und den Opfertod Christi.

Quelle Foto rechts: © Francis C. Franklin / CC-BY-SA-3.0 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Altersbestimmung beim Schwarzwild

Alles Wild hat am 1. April Geburtstag, denn dann beginnt das neue Jagdjahr. Nur die Wildschweine nicht, die dürfen ihren eigenen Geburtstag behalten. Das liegt am sogenannten Rauschchaos. Die Zeit in der sich die Wildschweine paaren heißt Rauschzeit und die findet in Normalfall einmal im Jahr  im Winter statt (November bis Januar). In einer intakten Rottenstruktur[1] gibt die Leitbache[2] mit ihrem Zyklus den Fortpflanzungsrhythmus vor. Dadurch, dass Leitbachen heute oft im Straßenverkehr umkommen oder geschossen werden, haben viele Rotten keine Leitbache mehr. Die Bachen[3] frischen[4]  das ganze Jahr über und sobald sie acht bis zehn Monate alt sind können schon Frischlingsbachen Babys bekommen. Es dauert fünf Jahre und länger, bis eine neue Leitbache die Rotte wieder stabilisiert. Es werden also ganze Jahr über Frischlinge[5] geboren.

Zurück zum Geburtstag: Warum ist der überhaupt wichtig? Das Alter der Wildschweine ist deshalb wichtig, weil eine nachhaltige Bejagung nach Altersklassen erfolgt. Der verantwortungsvolle Jäger schießt übers Jahr 70% Frischlinge, 20% Überläufer[6] und nur 10% ausgewachsenen Keiler[7] und Bachen. Dieser Abschuss nach Altersklassen simuliert den Verlust, den es auch in der Natur durch Beutegreifer geben würde. Es trifft immer zuerst die jungen und dummen, alte erfahrene Tiere sind stärker und schlauer und daher keine leichte Beute. Um eben genau das Verhältnis von 70/20/10 einhalten zu können ist es wichtig das Alter der Wildschweine zu kennen, das genaue Alter. Natürlich kann man an Größe und Verhalten grob abschätzen wie alt so ein Wildschwein etwa ist, aber nach dem Schuss möchte man genau wissen ob man da nun einen Frischling, einen Überläufer oder ein ausgewachsenes Stück erlegt hat.

Das Alter eines toten Wildschweins lässt sich am Zahnstatus erkennen. Am leichtesten funktioniert das mit dem Zähnen im vorderen Teil des Kiefers, den Schneidezähnen und den Eckzähnen, auch Incisivi und Canini genannt. Erstmal musst du wissen, dass Wildschweine genau wie Menschen zunächst Milchzähne haben, die dann zu bleibenden Zähnen gewechselt werden. Milchzähne sind rundlich, vorne spitz und klein, Dauerzähne sind meißelförmig und haben dunkle Verstärkungsleisten.

Wildschwein_Alter.pngAlso los geht es mit dem Frischling, der hat so ab einem Alter von 4 Monaten Schneidezähne und Eckzähne. Mit etwa zwölf Monaten wechselt er den Eckzahn und den I3, also den dritten Schneidezahn. Gleichzeitig ist er dann kein Frischling mehr, sondern weil er ein Jahr alt ist ein Überläufer. Der nächste Zahn, der gewechselt wird ist der I1, dann ist der Überläufer ca. 15 Monate alt. Zieht man die Vorderlippe des Stücks etwas zur Seite ist die Zahnfront V-förmig. Ab dem 18. Monat ist die Zahnfront eher gewölbt, weil der letzte Schneidezahn, der I2, nun auch gewechselt ist. Mit zwei Jahren hat sich die Zahnfront etwa auf gleiche Höhe ausgerichtet, das Wildschwein ist nun in der Erwachsenenklasse einzuordnen. Natürlich gibt es auch noch andere Methoden um das Alter erwachsener Sauen am Zahnstatus zu schätzen, aber im praktischen Jagdbetrieb reicht eine Einteilung in Frischling, Überläufer und erwachsene Sau aus.

[1] eine Rotte ist ein Familienverband aus vielen Wildschweinen
[2] weibliches Chef Wildschwein
[3] weibliches erwachsenen Wildschwein
[4] Wildschwein-Babys bekommen
[5] Wildschweinkinder unter einem Jahr
[6] junge Wildschweine zwischen einem und zwei Jahren
[7] männliches erwachsenen Wildschwein

 

Mein Hund

Bullet_1.jpgSicher fragst du dich schon, wann ich endlich mal damit rausrücke was für einen Hund ich führe, immerhin kommt der Hund ja in meinem Blog-Titel vor. Und ja, es ist ein Jagdhund, ein Vorsteher um genau zu sein. Nein, kein deutscher, ein ungarischer, ein Magyar Vizsla. Genauer ein Rövidszörü Magyar Vizsla, also ein Ungarisch Kurzhaar. Die gesammelten Vorstehhunde werde ich bei Gelegenheit auch mal in einem Post zusammenfassen, die fehlen nämlich noch bei den Jagdhunderassen.

Bullet ist ein vierjähriger Rüde und ein totaler Quatschkopf. Bisher ist er nicht jagdlich gearbeitet, das wird sich aber nach dem Bestehen meiner Jägerprüfung ändern. Der Plan ist es wenigstens die Brauchbarkeitsprüfung mit ihm abzulegen. Bisher haben wir lediglich ein bisschen apportieren geübt, aber keinesfalls ernsthaft am Apport gearbeitet. Bullet_2

Als ich ihn angeschafft haben, war eines der häufigsten Kommentare: „Der hat ja bestimmt einen irren Jagdtrieb, ich würde das ja nicht wollen.“ Eins kann ich dir sagen, der Jagdtrieb war bei ihm als junges Kerlchen das kleinste Problem. Im Grunde ist Bullet an Wild sehr interessiert, gleichzeitig möchte er dabei aber mit mir kooperieren, so dass er sehr gut kontrollierbar bleibt. Schlimmer war zu Beginn seine nicht vorhandene Frustrationstoleranz. Kaum mussten wir an der Ampel zwei Minuten warten, hatte ich einen schreienden, bellenden, sich windenden Welpen an der Leine, ich gemeiner Hundeführer. Heute hat er deutlich mehr Geduld, aber irgendwo warten findet er immer noch nur so mittel gut.

Bullet_3Der zweithäufigste Kommentar war übrigens: „So ein großer Hund, der muss bestimmt richtig viel laufen, da gehen Sie doch bestimmt drei bis vier Stunden am Tag mit ihm Gassi.“ Tja, eigentlich eher nicht. In der Summe sind es an normalen Tagen vielleicht maximal zwei Stunden. Klar, am Wochenende laufen wir auch mal drei Stunden durch den Wald oder übers Feld oder am Meer oder sonst wo, aber das ist eher die Ausnahme. Im schlimmsten Fall macht das den Hund auch nicht müde, sondern nur so überreizt, dass er total unruhig ist, wenn wir dann zu Hause sind. Nach müde kommt blöd. Eigentlich merke ich den Moment in dem ihm alles zu viel wird recht gut, dann wird sein Radius größer und der Gehorsam schlechter. Oft leine ich ihn dann  an und er darf den Rest des Weges eben an der Leine laufen.

Mehr Infos zur Rasse gibts beim Verein für Ungarische Vorstehhunde (VuV).

Den FCI Standard findet ihr hier.

Singvögel im Park

Bei meiner allmorgendlichen Runde durch den nahen Park hatte ich endlich einmal die Gelegenheit einige der dort allgegenwärtigen Singvögel zu fotografieren. Natürlich ist es mir nicht gelungen alle Arten auf den Sensor zu bannen, hier also die besonders zutraulichen Gesellen:

Blaumeise_Jan16_v1Blaumeise (Cyanistes caeruleus)
Die Blaumeise ist häufig in Gärten und Parkanlagen anzutreffen, obwohl ihr natürlicher Lebensraum im Laubwald ist. Besonders Eichenwälder, aber auch Eichenmischwälder zeichnen sich durch eine hohe Blaumeisenpopulation aus. Im siedlungsnahen Bereich ist die Blaumeise weit seltener als die Kohlmeise. Sie klettert sehr geschickt und Blaumeise_Jan16_v2ernährt sich hauptsächlich von Spinnen und Insekten. Blaumeisen sind Standvögel, sie bleiben den Winter über bei uns in Mitteleuropa. Sie ist dann gerne zu Gast an Vogelhäusern (siehe Foto).  Die Blaumeise ist wie alle Meisen ein Höhlenbrüter und nimmt gerne von Menschen aufgehängte Nistkästen (Meisenkästen) an, sofern die Einfluglöcher klein sind.

Rotkehlchen_Jan16Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

Das Rotkehlchen gehört zur Familie der Fliegenschnäpper und ist bei uns fast jedem Kind bekannt. Es ist für einen kleinen Singvogel sehr zutraulich und flüchtet erst spät, zudem ist es recht häufig und auf der Roten Liste wird es als nicht gefährdet eingestuft. Rotkehlchen brüten in Halbhöhlen und Nistkästen.

Kohlmeise_Jan16.jpgKohlmeise (Parus major)

Wie die Blaumeise ist die Kohlmeise ein Singvogel aus der Familie der Meisen. Sie lebt in Laubmischwäldern und Streuobstwiesen, sowie Gärten und Parkanlagen. Ich konnte schon jetzt ihren Gesang hören, ein helles „Tsi-da, tsi-da“. Die meisten Kohlmeisen sind Standvögel, je nach Witterung können sie aber auch in gemäßigtere Gebiete abstreichen. Sie führen monogame Saisonehen und brüten ab März bis etwa Juni. Kohlmeisen sind wie Blaumeisen Höhlenbrüter.

Grünspecht_Jan16Grünspecht (Picus viridis)

Der Grünspecht gehört, wie der Name schon sagt zu der Familie der Spechte. Er lebt in Streuobstwiesen, Gärten, Parks, an Waldrändern und in lichten Feldgehölzen. Grünspechte haben häufig über den Tag verteilt gewisse Routinen, dass macht ihr Auftauchen berechenbar. Den Specht auf dem Foto beobachte ich jeden Morgen zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle. Häufig sitzt er auch, was für Grünspechte typisch ist, am Boden und fängt dort vermutlich Ameisen. Wegen des Ameisen pickens auf  dem Boden kennt man den Grünspecht auch als Erdspecht oder Grasspecht. 2014 kürte NABU den Grünspecht zum Vogel des Jahres.

Sperling_Jan16Haussperling (Passer domesticus)

Den Haussperling oder Spatz  ist nahezu auf der ganzen Welt anzutreffen (Ausnahme Afrika) und ein ausgesprochener Kulturfolger. Er ernährt sich von Sämereien und einigen wenigen Insekten, nur die Jungvögel werden ausschließlich mit Raupen gefüttert. Spatzen leben in einer lebenslangen Dauerehe, werden aber selten älter als drei Jahre. Ihre Nester sind wohl ursprünglich kugelförmige Freinester gewesen, heute nisten Sperlinge an allen möglichen Stelle, von den Dachsparren bis zum Storchennest.